Critical Mass anmelden oder nicht?


PRO Anmeldung:
– Sicher, da Polizei begleitet
– Vorgegebene Route mit Ziel
– Einfacher zu organisieren


CONTRA Anmeldung:
– Radfahren ist keine Demonstration, sondern einfach Radfahren
– Die Organisation der Strecke fällt weg
– Wer vorne fährt, gibt die Strecke vor
– Polizei begleitet und sichert auch ohne Anmeldung
– Die CM-Teilnehmer finden auch so zum Ziel #AfterMass
– Andere CMs in D bekommen wegen uns Ärger mit der Polizei – „Vorbild“


Hintergrund:
In letzter Zeit werden wir von einigen CMs in Deutschland angegangen, weil diese mittlerweile Probleme mit der „echten“ Form der Critical Mass haben. Das tut uns leid.

Der „Stuttgarter Weg“ hat sich auch bei den anderen Polizeibehörden herum gesprochen. Wir haben immer mit dem Ordnungsamt und der Polizei kooperiert und den Konflikt vermieden. Leider hat sich in den letzten 6 Jahren nicht viel getan, was die Akzeptanz von Radfahren in Stuttgart anbelangt.

Wir stehen nun vor der Herausforderung:
Melden wir NICHT an, damit die vielen CMs in Deutschland weiterhin ihre real Critical Mass fahren können. Dann müssen wir bei Amt und Polizei für diese Variante werben. Oder melden wir weiterhin an und erweisen so allen anderen CMs einen Bärendienst.
Eine Critical Mass Ausfahrt ist eine touristische Attraktion, bündelt bürgerschaftliches Engagement und ist beste Werbung für eine Stadt. Die Unterstützung einer solchen Bewegung ist ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Stadt auf dem Weg ist eine sichere, moderne und nachhaltige Stadt zu sein. Verbände, Vereine, Stadt­verwaltung, Ordnungsamt und Polizei sind herzlich eingeladen die Critical Mass nach Kräften zu unterstützen um die Stadt neu zu »erfahren«.

Schickt uns weitere PRO und CONTRA Argumente.

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17 Gedanken zu „Critical Mass anmelden oder nicht?

  1. Kernpfysikalische Frage

    Die aktuelle Form der CM beibehalten, aber unter einem anderen Namen, etwa „Polizeibegleitete Stadtrundfahrt“ o ä. Wer auf „Critical Ass“ kommt, der hat bestimmt noch ein paar andere Asse(s) (hihihihi) im Ärmel! 😉
    In Ergänzung dazu kann ja ganz spontan die äschte Form der Critical Mass passieren.

    Dass die jetzige Form der CM weiter bestehen soll (wenn auch unter anderem Namen), sehe ich hierin begründet: Viele wollen einfach die (gefühlte) Sicherheit, die die Ausfahrt bietet. Ich denke da auch an die Kinder, die dabei sind. Ja natürlich, die Sicherheit müsste auch bei der äschten CM gewährlistet sein, wenn alle a) die Regeln kennen [inklusive derer, die mitfahren] und b) befolgen. Dazu sollte man aber wirklich nochmal den Gesetzestext einsehen, was erlaubt ist und was nicht. Stichwort Auslegung § 27StVO „…Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. „, „…in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen.“ Ob damit das „Hurra, wir sind 20 Radler und die Welt hat jetzt Rücksicht21+ zu nehmen“ untermauert wird, weiß ich nicht.

    Was andere über Stuttgart heulen, kann ich zwar wg. der „Inansprpruchnahme“ und Interpretation des Labels „CM“ verstehen. Aber wenn in anderen Städten spontane Ausfahrten gem. StVO unternommen werden, hat das nichts mit Stuttgart zu tun. Gesetz ist Gesetz. Das Gesetz ist nicht abhängig davon auszulegen, wie die Dinge in Stuttgart gehandhabt werden, meine ich.

    Antwort
    1. Evelin Bleibler - Bürger-Rikscha

      Wir möchten auch weiterhin ab und zu mit Senioren mit unserer Bürger-Rikscha mitfahren. Wir finden das Stuttgarter „Kooperationsmodell“ sehr sympathisch.

      Antwort
  2. Kernpfysikalische Frage

    „Fast eine Critical Mass“
    „CM21+“
    „Arbeitslose Fahrradassis zeigen Berufsdemonstranten die Radverkehrsanlagen der Stadt Stuttgart in Begleitung zahlreicher Schutzmänner*innen“
    wären mal meine Vorschläge für eine Umbenennung.

    Antwort
  3. Linus

    Ich hätte schon fast „Anmelden“ geklickt weil es bisher so gut funktioniert, aber der letzte Punkte bei Kontra und der Hintergrund sind finde ich absolut valide Punkte. Man möchte ja eigentlich Teil der Bewegung sein, und wenn man durch dieses Vorgehen die anderen Kritischen Massen (hoffentlich keine Physiker mitlesend) schädigt ist das ja auch nicht wirklich zielführend…

    Vielleicht kann man ja eine Form der Abstimmung ohne Anmeldung finden, also eine „spontane“ Route, mit Begleitung durch die Polizei, bei der auf bestimmte Anregungen von Seiten der Behörden Rücksicht genommen wird? Das sollte doch in einer doppelgrün regierten Stadt möglich sein.

    Antwort
  4. Kernpfysikalische Frage

    Noch ein weiterer Zusatz:
    Ob die Teilnehmer der „echten und unechten Masses“ bei dem Versuch der Behörden mitmachen müssen, die eine Variante gegen die andere auszuspielen, wage ich auch zu bezweifeln. Das ist ja schon CSU-Niveau!
    Wenn hier also die anderen Masses des Landes als „Kläger“ gegen die CM Stuttgart auftreten, sollten sie sich das vlt. nochmal überlegen, ob das so c r i t i c a l ist.
    Und treten andere Behörden als Kläger auf, so sollte das deren Problem sein. Oder das eines Verwaltungsgerichtes.

    Antwort
  5. Achim G.

    Hallo zusammen,

    in Wuppertal fahren wir nun auch schon seit nunmehr 4 1/2 Jahren „unangemeldet“. Klar, am Anfang wurde man komisch beaeugt und mit steigenden Teilnehmerzahlen sicherlich noch mehr. Aber die Kern-Gruppe hat sich immer immens kooperativ verhalten (d.h. z.B. auch andere Teilnehmer auf gewisses „Fehlverhalten“ konsequent aufmerksam gemacht!) und so gab es nur einen nennenswerte Auseinandersetzung mit der Rennleitung; und da wurden meiner Meinung nach einfach zwei blutjunge P.-Beamtinnen(!) ins kalte Wasser geworfen; ist z.T. wohl doch ein mieser Chauvie-Verein….

    Deshalb: fahrt bitte auch unangemeldet! Ansonsten plaediere ich auch dafuer diese Veranstaltung nicht mehr ‚CM‘ zu nennen. Da wird wird grob gegen den Kern dieser Bewegung / Idee „verstoßen“.
    Bei uns fahren regelmaeßig sehr viele Kinder mit!!! Das Argument, daß das ohne PLZ zu unsicher sei ist absolut nicht haltbar. Es kommt ganz klar auf ALLE Teilnehmer an. Also, wird anstaendig gekorkt und achten alle auf die anderen, besonders die vermeintlich „Schwaecheren“.

    Es ist bestimmt nicht so, daß die rollende Party mit Polizei-Begleitung gleich gar keinen Spaß mehr macht, aber sie ist halt vollkommen ueberfluessig. Viel schoener waere es doch wenn die Beamten privat in zivil mitfuehren!!! Oder ihr bekommt es auch hin daß Euer gruener(!) OB sich auf Fahrrad setzt und ohne Entourage (einfach privat) da mitradelt. Auch das hat eine enorme Signalwirkung!!

    Ride for your rights!!

    Gruß,

    Achim

    Antwort
    1. Kernpfysikalische Frage

      Auf welcher Rechtsgrundlage erfolgt das Corken?

      Ich frage nur, weil meinem Verständnis nach die CM über die Wahrnehmung von bereits vorhandenen Rechten funktioniert und eben nicht nur aus Idealismus bzw dem Standpunkt, dass manches Recht übertreten werden muss, um Rechte zu erstreiten.

      Ist es nicht so, dass man sich bei der „echten“ CM nicht von Behörden gängeln lassen will, weil man nur seine Rechte wahrnimmt? Wenn da also die Polizei den Corkern einen Eingriff in den Verkehr unterstellt, was ist dann? Würde mich interessieren, wie wasserdicht das ist.

      Antwort
      1. von Josbach

        In Wuppertal fahren in letzter Zeit immer 500+ Menschen mit. Wenn die alle, korrekt nach Paragraph 27 StVO, in Zweierreihe fahren würden, dann weiß auch die Polizei, dass es eine erheblich längere Schlange, eine erheblich größere Behinderung des Verkehrs, und eine erheblich „riskantere“ Fahrt würde. Auch das Corken hat formalrechtlich keine Grundlage. Aber es wird geduldet, wie auch das Fahren auf 2 Spuren im Pulk. Ab einer bestimmten Masse ist es einfach sinnvoller, komplett im Pulk mit mehreren nebeinander zu fahren als in Zweierreihe, damit die Kreuzungen schneller geräumt werden. Corken geschieht zur eigenen Sicherheit des Verbandes; die Corker wissen was Sie tun und informieren die Autofahrer freundlich über die Geschehnisse. In den seltensten Fällen gab es da Stress in den letzten Jahren. Klar ist die Grundidee der CM, auch „unpolitisch“ zu sein. Aber es steht ab einer gewissen Größe zwangsläufig eine Botschaft dahinter. Wenn der Oberbürgermeister wie hier in Wuppertal mitfährt, dann hat das ne Botschaft, auch wenn keine Plakate und Transparente hochgehalten werden. Die Polizei und die Stadt wissen um die CM, sie wissen, dass wir auf uns selbst aufpassen können, es wird freundlich gegrüßt, maximal mal mit ner Kradstreife ne Kreuzung gesichert. Ansonsten was Achim sagt: wenn sich alle an die Regeln halten, und die paar, die sich nicht dran halten, von der Masse zurecht gewiesen werden, dann kann man entspannt fahren.

  6. Nasenradfahrer

    Es wäre gut, wenn wir die blauen Motorräder loswerden könnten. Ich sah einen beinahe in ein Auto fahren, in einer Nebenstraße. Und die fetzen immer mit einem Affenzahn über die Gehwege nach vorne, dicht an Haustüren vorbei. Wenn da mal einer zum falschen Augenblick rauskommt, passiert was schlimmes. Die bringen mehr Risiko, als sie fernhalten.
    Wir können das Corken unterstützen oder ersetzen, wenn wir keine Lücken lassen. Kann man vielleicht alle Teilnehmer dazu bringen, eine eventuelle Lücke hinter sich zu bemerken, und dann langsam zu werden?

    Antwort
    1. Florian Wolf

      Das Rasen über die Gehsteige finde ich auch bedenklich.
      Liegt leider aber auch daran, dass viele Mitfahrer nicht fähig sind, links Platz zu lassen. Geschweige denn, Lücken zu schließen. Dass sich das nachhaltig ändern lässt, wage ich zu bezweifeln…

      Antwort
  7. Florian Wolf

    Meiner Meinung nach finden die größeren CMs sowieso in einem rechtlichen Graubereich statt.
    Wir fahren nicht nur zu zweit nebeneinander und Zwischenräume für den Querverkehr werden auch nicht frei gelassen. Da hätte auch keiner Bock drauf, Radler wie Autofahrer.
    Insofern bringt es aber auch nichts, sich immer so dogmatisch auf diesen STVO-Paragraphen zu berufen. Oder mit dem Finger auf die Stuttgarter CM zu zeigen weil es angeblich keine „echte“ CM ist.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich viel ändern würde, wenn man die Anmeldung wegließe. Auch in anderen Städten ist die Polizei ja dabei.
    Wenn ich mir ein paar Tage vorher die geplante Route anschauen kann, erhöht das meine Vorfreude noch mal.

    Für mich ist die gelebte CM in Stuttgart eine tolle Fahrradparty und eine Werbung für’s Fahrradfahren, angemeldet oder nicht.
    Und wenn alle etwas ruhiger schlafen können, weil eine Formsache erledigt wurde, finde ich das nicht verwerflich.

    Weitermachen!

    Antwort
  8. Florian

    Florian Wolf hat es meiner Meinung nach in seinem Kommentar sehr gut rübergebracht. Auch überlegenswert, ob die Form einer echten CM auf immer und ewig in Stein gemeißelt sein muss? CM als „Demo“ oder „Party“ – am besten beides!

    Wenn die CM keine Mass nur für Puristen, sondern immer größer werden würde, ist es natürlich, dass auch viele Gelegenheits Radler angezogen werden und die haben es mitunter fahrtechnisch nicht so ganz drauf; da ist eine möglichst sichere und kontrolliert ablaufende CM für die Sicherheit der unerfahrenen Teilnehmer wichtig. Nur eine CM – Tour de Ländle solls auch wieder nicht gerade werden. Schwierig abzuwägen!

    Wichtig wäre außerdem, sich nicht zu entzweien in echte und unechte CMs, egal für welche Form sich die CM Stuttgart entscheiden sollte.

    Antwort
  9. Anton aus Tirol

    Hi miteinander, die CM in Stuttgart hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. EIne Disskussion über anmelden oder nicht, ist an dieser Stelle unnötig. Fakt ist, die CM-Stuttgart hat ihren Weg gefunden das Thema ins Bewustsein zu bringen. Der Erfolg der letzten Jahre zeigt, das sie auf dem richtigen Weg ist. Wenn hier der C.eR.nphysiker, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte, der Meinung ist, man müsse das so und so machen entfernt er sich von der Idee diese Versammlung stressfrei für alle Beteiligten zu gestalten. Die Polizei wird bei über 600 Radfahrer in Oktober und 900 im September sowieso dabei sein. Das ist auch gut so, denn es gab in der Vergangenheit schon mal Situationen in denen wartende Vierräder die Geduld verloren haben und sich und andere in Gefahr gebracht haben. Die Ausfahrten in Stuttgart begeistern Alt und Jung, Mountainbikefahrer, Berufspendler und alle anderen die mit dem Rad unterwegs sind.
    Der C.eR.nphysiker möge sich etwas Energie besorgen und sich einen anderen AtomC.eR.n suchen und dort versuchen zu spalten. Ride Save!

    Antwort
  10. Fritz Mielert

    Wenn die negativen Auswirkungen bundesweit wirklich so gravierende sind (und eine Beschneidung von Rechten ist dramatisch), sollten wir unbedingt von unserem hohen Ross herunterkommen und unser Vorgehen ändern.

    In anderen Politikfeldern kenne ich es eigentlich immer anders herum. Man hat viele Gruppierungen, die sich an die Regeln halten und einige wenige machen sich die Mühe und verstoßen hin und wieder dagegen. Dadurch ist es möglich, auf Missstände hinzuweisen und das Recht ganz langsam positiv zu verändern (siehe Sitzblockaden und die entsprechende Rechtsprechung).

    Antwort
  11. Pingback: Bleibt Stuttgart bentoniert? | CRITICAL MASS STUTTGART

  12. Peter

    Die Stuttgarter Variante mit Anmeldung läuft bestens. Der Ablauf ist sowohl für die Radfahrer als auch für die Behörden ein guter Kompromiss. Die Routen sind gut durchdacht. Es soll ein Familienereignis sein. Das klappt ganz gut.

    Ich finde die anderen CMs könnte sich an der Stuttgarter Variante orientieren. 🙂

    Antwort

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